Britische Werbeausgaben legen um 9,3 % zu – lineares TV hält die Bilanz flach
Der AA/WARC-Expenditure-Report beziffert die britischen Werbeausgaben im ersten Quartal 2026 auf 11,7 Mrd. Pfund, plus 9,3 %. Addressable TV wuchs um 15,5 %, der TV-Markt insgesamt nur um 0,8 %.
Britische Werbetreibende haben im ersten Quartal 2026 11,7 Milliarden Pfund ausgegeben – 9,3 % mehr als ein Jahr zuvor. Das geht aus dem jüngsten Expenditure Report der Advertising Association und von WARC hervor; beide Häuser haben ihre Prognosen für 2026 und 2027 daraufhin nach oben korrigiert.
Das Wachstum verteilte sich ungleich. Retail Media legte um 17,9 % zu, Social Media um 17,7 %, Außenwerbung um 15 %. Search blieb mit 4,6 Milliarden Pfund der größte Einzelkanal. Radio wuchs um 4,2 %. Auf der anderen Seite verlor Kino 17,6 %, Printmedien samt ihren Online-Ablegern 5,9 % und die Kategorie „sonstige Online-Display“ 10,7 %.
Die Zahl, die man zweimal lesen sollte
Das Fernsehen beendete das Quartal mit 0,8 % Wachstum – praktisch unverändert. Diese Zahl verdeckt jedoch das Wesentliche: Addressable TV wuchs um 15,5 %, während der lineare Verkauf weiter zurückging, und das eine hob das andere fast auf.
Eine Null unter dem Strich ist kein stillstehender Markt. Es ist ein Markt, der sein Geld von einer Einkaufsform in eine andere verschiebt, ohne das Medium zu wechseln.
Was das für Vermarkter außerhalb Großbritanniens bedeutet
Bei adressierbarem Inventar liegt Großbritannien mehrere Jahre vor den meisten Märkten. Seine Zahlen sind deshalb kein Kuriosum, sondern ein Frühindikator. Das beschriebene Muster – lineares Fernsehen hält die Reichweite, das Wachstum sitzt in zielgruppengenauen, messbaren Formaten – erreicht früher oder später jeden Sender.
Die praktische Lehre betrifft nicht die Strategie, sondern die Infrastruktur. Beide Modelle gleichzeitig zu verkaufen heißt: ein Team kalkuliert in GRP und CPP, ein anderes in Impressions und Completion, beide greifen auf denselben Bestand zu, und niemand verkauft denselben Werbeblock zweimal. Sender, bei denen diese beiden Welten in getrennten Tabellen leben, merken das Problem erst bei der Abrechnung – einen Monat nach der Kampagne.
Quelle: VideoWeek unter Berufung auf den Expenditure Report von Advertising Association und WARC.